Es war ein heller Frühlingstag im März 1901, als der neue Daimler 35 PS, einer der ersten “modernen” Kraftfahrzeuge, mit Werner am Steuer das Rennen Nizza-Salon-Nizza gewann.

Auch für die Tochter des österreichischen Bankiers Emile Jellinek war es ein heller Tag. Ihre Schönheit war an der gesamten Côte d’Azur berühmt und sie erhielt von der Tribüne warme Ovationen.

Der Name des neuen Automobils wurde nicht von dem Mann gewählt, der es gebaut hat, sondern von Jellinek, der damit beauftragt wurde, es zu verkaufen. Er traf die radikale Entscheidung, den Namen “Daimler” fallen zu lassen, der bis dahin auf alle im Werk Cannstatt produzierten Autos angewendet wurde.

Für den Österreicher Jellinek klang Daimler zu germanisch und hässlich.

Das neue Auto verdankte Jellinek, dem Daimler-Vertreter für die Côte d’Azur, viel. Er wollte seine Position als Autoverkäufer festigen und forderte das neue Design rechtzeitig für das Autorennen in Nizza an, in der Hoffnung, die Öffentlichkeit für den Sieg des Rennens zu gewinnen.

Um das Rennen zu gewinnen, brauchte man allerdings etwas Besseres als den 24 PS starken Phenix, der derzeit aus dem Werk Cannstatt kommt. Ein neuer 35 PS Motor war die Antwort. Jellinek ging ein beträchtliches Risiko ein, indem er 36 neue Autos kaufte und den Vertrieb in Frankreich, Belgien, Österreich-Ungarn und Amerika übernahm.

Maybach war inzwischen die wichtigste Figur in Cannstatt, obwohl er immer vom alternden Daimler überschattet wurde. Maybach stellte sich der Herausforderung und produzierte ein Fahrzeug voller innovativer Ideen, das über viele Jahre Maßstäbe setzen sollte.

Dies war der erste Einsatz eines Chassis aus Stahlblech. Der Motor war vorne montiert, mit einer echten Motorhaube und einem der ersten Wabenkühler vorne.

Das Auto war mit Magnetzündung, mechanischen Ventilen, Schalthebel und einem Vierzylinder-Reihenmotor mit fast sechs Litern Hubraum ausgestattet.

Die daraus resultierenden 35 PS reichten aus, um eine gute Chance im Nizza-Salon-Nizza-Rennen und vielen weiteren Rennen zu sichern.

Als die ersten Modelle bereits in Produktion waren, blieb die Frage offen, wie das Auto heißen soll.

Es gab einige Einwände dagegen, Gottlieb Daimler in einer Zeit, in der er schwer krank war, fallen zu lassen, aber Jellineks Entschlossenheit gewann den Tag. Tatsächlich starb Daimler bald darauf, so dass weitere Verlegenheit verschont blieb.

Maybachs “weißes Juwel” sollte bald zum Synonym für Prestige unter den reichen Europäern werden.

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